Stabilisotopenanalyse in der Forensik – Geographische Herkunftsbestimmung von unbekannten Toten

Die Anwendung stabilisotopenanalytischer Methoden als Werkzeug zur Aufklärung von unklaren Tatbeständen hat sich in der Forensik etabliert. Am Institut für Rechtsmedizin der Universität München gehen Anfragen zu Erstellung von Isotopengutachten aus dem In- und Ausland ein. Der Großteil der Isotopengutachten beantwortet die Frage nach der geogra-phischen Herkunft und den Aufenthaltsorten unbekannter Toter. Die Ergebnisse der Analyse der Stabilisotopenhäufigkeitsverhältnisse von Bio- und Geoelementen in Körpergeweben lie-fern Ansatzpunkte für polizeiliche Ermittlungen. Die Grundidee der geographischen Her-kunftszuordnung von Personen mittels Isotopenanalyse liegt in der Beobachtung, dass über Ernährung und Umwelt unterschiedliche Isotopenverhältnisse chemischer Elemente in den Körper eingebaut werden, die eine regionale Komponente aufweisen (Tabelle). Menschliche Gewebe zeigen dann ebenso bestimmte Isotopensignaturen, über die sich Rückschlüsse auf die Aufenthaltsorte und die Ernährungsweise des Konsumenten ziehen lassen.

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